Archiv für März 2012

Antifa-Hausbesuch

Auf einer In­ter­net-​Sei­te der NPD Ol­den­burg ist am Sams­tag eine klei­ne Fo­to­se­rie er­schie­nen – zu sehen ist eine groß­flä­chi­ge an­ti­fa­schis­ti­sche Sprü­he­rei an der Haus­wand eines Ol­den­bur­ger Neo­na­zis. Es han­delt es sich dabei wohl um das Wohn­haus des NPD-​Funk­tio­närs Da­ni­el Ga­wen­da im Gleis­weg im Stadt­teil Os­tern­burg. Au­gen­zeu­gIn­nen be­rich­te­ten, dass am Frei­tag­abend dort eine große Grup­pe von An­ti­fa­schis­tIn­nen zu­sam­men­kam, weit­räu­mig Ou­ting-​Flug­blät­ter über Da­ni­el Ga­wen­da in die Brief­käs­ten der An­woh­ne­rIn­nen ver­teil­te, eine Haus­wand be­sprüh­te und unter laut­star­ken Pa­ro­len wie­der ent­schwand.


Beide Bil­der: Screen­shot der NPD-​Face­book-​Sei­te

Nicht mal eine Woche zuvor hat­ten sich schon ein­mal meh­re­re Dut­zend au­to­no­mer An­ti­fas vor dem Wohn­haus Ga­wen­da`s ver­sam­melt, um ihn und meh­re­re sei­ner »Ka­me­ra­den«, wel­che sich nach einem An­griff auf einen äl­te­ren Mann am Ol­den­bur­ger Haupt­bahn­hof dort­hin zu­rück­ge­zo­gen hat­ten, für ihr brau­nes Trei­ben zur Re­chen­schaft zu zie­hen [Info]. Die Na­zi-​Woh­nung im Gleis­weg scheint also in­zwi­schen in den Fokus au­to­no­mer Grup­pen ge­ra­ten zu sein – ein­fach »Schwamm drü­ber« hilft da wohl nicht mehr.


Da­ni­el Ga­wen­da beim Spu­ren ver­wi­schen

Quelle: regentied

Terror von rechts – was tun?

Am kommenden Montag, 12.03.2012, findet in der Jugendfreizeitstätte ‚Offene Tür‘ in Bloherfelde eine Diskussionsveranstaltung mit dem Titel „Terror von rechts – was tun?“ statt. Veranstalter ist die SPD Oldenburg-Nordwest.

Zur Gestaltung der Diskussion hat die SPD den Oldenburger Pastor Daniel Ramsauer und die SPD-Bundestagsabgeordnete Eva Högl eingeladen. Letztere ist Mitglied im parlamentarischen Untersuchungsausschuss zur Aufklärung der Rolle der Behörden bei den Morden der rechtsterroristischen Gruppe Nationalsozialistischer Untergrund (NSU).

Interessant ist auch, dass die NPD Oldenburg auf ihrer Facebook Seite angekündigt hat, dass sie bei der Veranstaltung ebenfalls vorbeischauen möchte.

Wer also am Montag, den 12.03.2012 nichts vor hat, sollte um 19 Uhr die Veranstaltung in die ‚Offene Tür‘ in Bloherfelde besuchen.

nazi-angriff in oldenburg – antifa belagert täter

Am Sams­tag, dem 3. März zogen gegen 16 Uhr meh­re­re Neo­na­zis Pa­ro­len ru­fend durch die Kai­ser­stra­ße. Ein äl­te­rer Mann, wel­cher ihnen ver­bal Pa­ro­li bot, würde an­ge­grif­fen und u.a. mit Faust­schlä­gen trak­tiert. Erst durch das en­ga­gier­te Ein­schrei­ten zwei­er Ol­den­bur­ger, unter ihnen SPD-​Rats­herr Chris­toph Sahm, lie­ßen die Nazis von ihrem Opfer ab. An­schlie­ßend ver­such­te der Groß­teil der Grup­pe über den Stau stadt­aus­wärts zu flüch­ten, wurde al­ler­dings von der von Zeu­gIn­nen in­for­mier­ten Po­li­zei kurze Zeit spä­ter ge­stellt. Die Po­li­zei nahm die Per­so­na­li­en von 6 Män­nern im Alter zwi­schen 18 und 23 Jah­ren auf – unter ihnen be­fan­den sich auch jene NPD-​Mit­glie­der, die im ver­gan­ge­nen No­vem­ber den Farb­an­schlag auf den jü­di­schen Fried­hof in Os­tern­burg ver­übt haben.


Teile der Ol­den­bur­ger »Ka­me­ra­dIn­nen« & Um­feld in Bad Nenn­dorf 2011: v.l. Robin Sud­brink, Erik Bruhn, un­be­kannt, Ly­zi­an Bank­mann(o.),Da­ni­el Ga­wen­da(u.), Chris­ti­an Schnee­weiß, Sven Alisch

Ol­den­bur­ger An­ti­fa­schis­tIn­nen gehen davon aus, dass die Fa­schos am Na­zi­auf­marsch in Müns­ter teil­neh­men woll­ten, je­doch be­reits an der An­rei­se schei­ter­ten und un­ver­rich­te­ter Dinge wie­der um­keh­ren muss­ten. Iden­ti­fi­ziert wur­den bis­her wohl Robin Sud­brink (Hude), Erik Bruhn (Hude), Jens Malte Hil­lers (Wil­helms­ha­ven), Ju­li­an Klein (Ol­den­burg) und Da­ni­el Ga­wen­da (Ol­den­burg). Im An­schluss an die Per­so­na­li­en­fest­stel­lung durch die Po­li­zei ver­sam­mel­te sich der Na­zi­mob in der el­ter­li­chen Woh­nung des Letzt­ge­nann­ten im Gleis­weg in Ol­den­burg-​Os­tern­burg. Ver­mut­lich woll­ten sie sich und ihre »Hel­den­tat« bei einem ge­müt­li­chen Bier­chen in trau­ter Runde ab­fei­ern – doch dar­aus wurde nichts.
Kaum hat­ten sie sich in der Woh­nung nie­der­ge­las­sen, klin­gel­te die An­ti­fa. Und das im wahrs­ten Sinne des Wor­tes. Meh­re­re Dut­zend au­to­no­me An­ti­fas hat­ten sich keine Stun­de nach dem Über­fall vor dem Na­zi­nest ein­ge­fun­den und be­gan­nen eine klei­ne Be­la­ge­rung. Die pa­ni­schen Nazis ver­bar­ri­ka­dier­ten sich, fleh­ten bei der Po­li­zei um Hilfe und lie­ßen sich nach Be­en­di­gung der an­ti­fa­schis­ti­schen Be­la­ge­rung wohl mit einem Auto in Si­cher­heit brin­gen.


Screen­shot der NPD-​Face­book-​Sei­te vom 3. März 2012

In­zwi­schen ist u.a. auf In­dy­me­dia ein um­fang­rei­cher Re­cher­che-​Ar­ti­kel über die jüngs­ten Na­zi­ak­ti­vi­tä­ten in Ol­den­burg er­schie­nen. »Die ak­ti­ve Ol­den­bur­ger Na­zi­sze­ne ist über­schau­bar, aber mo­ti­viert. Re­gel­mä­ßi­ge Be­tei­li­gun­gen an Auf­mär­schen, Pla­ka­tier-​ und Kle­be­ak­tio­nen, Pro­vo­ka­tio­nen und Über­grif­fe – Die Nazis ver­su­chen, in die Of­fen­si­ve zu gehen. Es ist an uns allen, dies zu ver­hin­dern«, so dass Fazit der An­ti­fa Ol­den­burg.

Quelle: regentied

»Neo­na­zis ver­let­zen Mann am Bahn­hof« NWZ 05.​03.​2012
»Kör­per­ver­let­zung und Skan­die­ren rech­ter Pa­ro­len« Po­li­zei Oldb. 04.​03.​2012
»Über die jüngs­ten Na­zi­ak­ti­vi­tä­ten« In­dy­me­dia 04.​03.​2012