das „Volkstod-Kondom“


Keine Kinder für die Nation:

Gegen das rechte Gerede vom „Volkstod“!

Mit dem skurrilen Schlagwort „Volkstod“ versuchen Nazis seit einigen Jahren, ernsthafte Politik zu machen: Zu dem Thema gab es rechte Aufmärsche, sächsische Kameradschaften betreiben eine „Volkstod stoppen“-Kampagne und selbst die NPD will mit dieser Wortneuschöpfung Wahlkämpfe bestreiten. „Volkstod“ soll bedeuten, dass „die Deutschen“ zuerst „Minderheit im eigenen Land“ werden und schließlich „aussterben“. Ob es in 30 oder in 300 Jahren so weit sein wird, ist in rechten Kreisen sehr umstritten.

Fakt ist zwar, dass die Bevölkerungszahl in der Bundesrepublik schrumpft – der Rest ist aber, auch aus wissenschaftlicher Sicht, ein Märchen. Auf so ein Märchen kommen Leute, die Angst vor dem Verlust von Kollektiv und Gemeinschaft haben, weil sie auf Größe und Masse ihres „Volkes“ setzen, weil sie also Nationalisten und völkische Freaks sind.

Hinter dem Gerede vom „Volkstod“ steht die aggressive Angst vor „Überfremdung“, wie sie durch Populisten wie Thilo Sarrazin („Deutschland schafft sich ab“) geschürt wird. Das macht die Sache keinesfalls besser: Wer beklagt, dass es „zu wenige Deutsche“ gäbe, meint damit auch immer, dass ihn „zu viele Ausländer“ umgeben.

Insofern ist der „Volkstod“-Begriff auch rassistisch, denn er fordert die „rassische Reinheit“ der Bevölkerung, ein ethnisch definiertes „Volk“ eben, aus dem man „unnütze“ Menschen heraushalten, wegschließen oder rausschmeißen könnte. Anstelle einer offenen Gesellschaft wünschen sich Nazis eine geschlossene Brutgemeinschaft. Diesen Zwangsverband – der sich als nationalsozialistische „Volksgemeinschaft“ entpuppt – stellen sie sich als lebenden Organismus („Volk“) vor, den man hegen und pflegen müsse, weil er sonst „stirbt“.

Da ist auch klar, welche Rolle Nazis etwa „deutschen“ Frauen zuschieben: Sie sollen der „Nation“ neue Untertanen schenken, also allerhand „deutsche“ Kinder gebären und großziehen. Individuelle Entscheidungen – dass man keine Kinder will oder nur unter Bedingungen, die man selber bestimmt – zählen für die Nazis nicht. Wie ein nach wie vor beträchtlicher Teil der restlichen Bevölkerung schwärmen sie für Heim und Herd, über den der Mann – der „deutsche“ Mann! – gebietet.

Unser „Volkstod-Kondom“ wird das zwar nicht ändern und gegen weitere plärrende Ronnys und Mandys nicht viel ausrichten – aber es ist eine bewährte Möglichkeit, nicht leichtsinnig zum Teil der Brutgemeinschaft zu werden.

Mit Deutschland und seinen FreundInnen geh’n wir nämlich nicht ins Bett!

Quelle: Fence Off Leipzig