durchsuchungen beim nazi-lynchmob

Wie be­reits be­rich­tet, ver­such­te am Abend des 17. März eine Grup­pe ver­mumm­ter Neo­na­zis das El­tern­haus eines voll­ge­stän­di­gen und the­ra­pie­be­rei­ten 45-​jäh­ri­gen Ver­ge­wal­ti­gers von drei Kin­dern in Nor­den­ham zu stür­men. »Die Per­so­nen­grup­pe konn­te trotz mas­si­ver Ge­walt­an­wen­dun­gen nicht in das Ein­fa­mi­li­en­haus ein­drin­gen; es wur­den je­doch er­heb­li­che Be­schä­di­gun­gen im Au­ßen­be­reich an­ge­rich­tet. Der Ge­samt­scha­den be­trägt meh­re­re tau­send Euro. (…) In der der­sel­ben Nacht wur­den fer­ner im un­mit­tel­ba­ren Um­feld des Be­schul­dig­ten Häu­ser mit Pa­ro­len be­schmiert und mit dem Schrift­zug „NPD“ si­gniert. Die Staats­an­walt­schaft Ol­den­burg hat gegen in­zwi­schen sechs junge Män­ner unter an­de­rem ein Er­mitt­lungs­ver­fah­ren wegen „Schwe­ren Land­frie­dens­bruchs“ ein­ge­lei­tet«, be­rich­te­te die Po­li­zei in einer Pres­se­er­klä­rung. Fünf Nazis im Alter von 18 bis 23 Jah­ren aus dem Groß­raum Ol­den­burg wur­den noch in der sel­ben Nacht von der Po­li­zei er­mit­telt, ein 27 Jäh­ri­ger gilt in­zwi­schen eben­falls als Tat­ver­däch­ti­ger. Einer der Be­schul­dig­ten, ein 23-​jäh­ri­ger Bra­ker, bei wel­chem es sich laut »Ol­den­burg na­zi­frei« um den NPD`ler Kevin Sin­zin­gr han­delt, soll zudem über Face­book zu der Tat mo­bi­li­siert haben. Auch auf der Face­book­sei­te der NPD Ol­den­burg wurde schon am 14. März zum Lynch-​Mord und zur Fol­ter an dem 45-​jäh­ri­gen auf­ge­ru­fen.


Screen­shot der NPD-​Face­book­sei­te (31.​03.​12)

Am 27. März kam es nun laut Po­li­zei zu Durch­su­chun­gen von »ins­ge­samt sie­ben Ob­jek­te in Brake, Nor­den­ham, Ol­den­burg und Hude. Bei den bis­her be­kann­ten sechs Be­schul­dig­ten konn­ten ge­such­te Be­weis­mit­tel, Hieb- und Stich­waf­fen sowie di­ver­se Da­ten­trä­ger und schrift­li­che Un­ter­la­gen auf­ge­fun­den wer­den«. Dar­über hin­aus wurde »zur Auf­ar­bei­tung der vor­lie­gen­den Taten sowie wei­te­rer durch diese Tä­ter­grup­pe be­gan­ge­nen Pro­pa­gan­da-​ und Ge­walt­de­lik­te (..) bei der Po­li­zei­di­rek­ti­on Ol­den­burg eine Er­mitt­lungs­grup­pe ein­ge­rich­tet«.
Diese klei­ne Na­zi­ban­de aus dem Raum Ol­den­burg, zu wel­cher auch NPD-​Funk­ti­ons­trä­ger ge­hö­ren, fühlt sich schein­bar durch den Ein­zug der NPD in Stadt­rat und die Ent­hül­lung der Morde der Na­zi­ter­ror­grup­pe NSU be­flü­gelt und stei­gert seit Mo­na­ten so­wohl die Fre­quenz als auch die Bru­ta­li­tät ihrer Ak­tio­nen. Er­in­nert sei an den Farb­an­schlag auf den jü­di­schen Fried­hof und die damit ein­her­ge­hen­de Kör­per­ver­let­zung an einem Po­li­zis­ten am 19. No­vem­ber 2011 oder auch an den ge­walt­tä­ti­gen Über­griff auf eine äl­te­re Per­son in der Kai­ser­stra­ße am 3. März die­sen Jah­res. Und wäh­rend die Po­li­zei also erst noch eine »Er­mitt­lungs­grup­pe« ein­rich­ten muss, sehen Ol­den­bur­ger An­ti­fa­schis­tIn­nen da wohl schon deut­lich kla­rer, wie in dem Ar­ti­kel »Ol­den­burg: Über die jüngs­ten Na­zi­ak­ti­vi­tä­ten« nach­zu­le­sen ist.

Quelle: regentied