Archiv für April 2012

24.04. – „Was tun, wenn’s brennt?“

Unter dem Titel „Was tun, wenn’s brennt?“ möchten wir mit der Oldenburger Rechtshilfe darüber informieren, was ratsam ist, wenn Kontakt mit der Polizei droht oder besteht.
Dafür ist es sinnvoll, sich Tipps von den „alten Hasen“ zu holen. Die Oldenburger Rechtshilfe kümmert sich seit 1981 um Personen, die wegen politischer Aktivitäten staatlichen Repressionen ausgesetzt sind.
Im Rahmen dieser Veranstaltung möchten wir darüber informieren, wie sich bestmöglich auf eine Demo oder eine andere Aktion vorbereitet werden kann, was mensch mit sich führen sollte und was besser zuhause bleiben sollte.

Die Rechtshilfe erklärt die rechtliche Grundlagen für diese Situationen und gibt nützliche Tipps und Tricks. Auch bei Fragen aller Art werden wir versuchen, euch weiterzuhelfen.
Besser vorbereitet sein, als in eine doofe Situation reinzurutschen!

Kommt am Dienstag, den 24.04.2012 zum Alhambra. Veranstaltungsbeginn ist 20:30 Uhr

Gemeinsame Fahrt zur Mahn- und Gedenkveranstaltung in Esterwegen

Am 12. Mai 2012 findet zum 67. Jahrestag der Befreiung vom deutschen Faschismus von der „Deutsch-Niederländischen Initiative 8. Mai“ auf dem Friedhof Bockhorst/Esterwegen eine Mahn- und Gedenkveranstaltung statt.

Wir möchten in diesem Jahr wieder mit vielen Leuten von Oldenburg aus zur Gedenkveranstaltung fahren.

Ihr erhaltet die kostenlosen Busfahrkarten für die Fahrt im Infoladen Roter Strumpf im Alhambra und im AStA der Carl von Ossietzky Universität.

Die Abfahrt: – 13:00 Uhr am Alhambra (Hermannstr. 83)
– 13:30 Uhr an der Uni

Die Rückfahrt: ca. 16:30 Uhr

Kollektiv Leeranstalt

Am heutigen Donnerstag (05.04.2012) wurde das leer stehende Drielaker Grundschulgebäude in der Ekkardstraße besetzt. Die Besetzer_Innen wollen damit auf die prekäre Wohnraumsituation in Oldenburg aufmerksam machen. Mit dem neubesetzten Gebäude soll ein selbstverwaltetes und nicht-kommerzielles Wohnprojekt entstehen, welches auch Platz für kulturelle Veranstaltungen bieten soll.

Oldenburg-Nazifrei begrüßt die Hausbesetzung und solidarisiert sich mit den Besetzer_Innen.

Abschließend das Infoschreiben der Besetzer_Innen:
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10.04. – „Von Biedermännern und Brandstiftern“ in Rostock

Vom 22. bis 26. Au­gust 1992 kam es in Ros­tock-​Lich­ten­ha­gen zum größ­ten ras­sis­ti­schen Po­grom der Nach­kriegs­zeit in Deutsch­land. Tau­sen­de ganz nor­ma­le An­woh­ne­r_In­nen klatsch­ten, johl­ten und fra­ßen Brat­wurst, wäh­rend ihre Söhne ge­mein­sam mit or­ga­ni­sier­ten Nazis ta­ge­lang ver­such­ten Mi­gran­t_In­nen zu ver­bren­nen oder zu lyn­chen.

In der Dokumentation ‚Wer Gewalt sät – Von Brandstiftern und Biedermännern‘ werden die damaligen Ereignisse aufgegriffen.

Kommt am Dienstag, den 10.04.2012 zum Alhambra. Filmbeginn ist um 20:30 Uhr

durchsuchungen beim nazi-lynchmob

Wie be­reits be­rich­tet, ver­such­te am Abend des 17. März eine Grup­pe ver­mumm­ter Neo­na­zis das El­tern­haus eines voll­ge­stän­di­gen und the­ra­pie­be­rei­ten 45-​jäh­ri­gen Ver­ge­wal­ti­gers von drei Kin­dern in Nor­den­ham zu stür­men. »Die Per­so­nen­grup­pe konn­te trotz mas­si­ver Ge­walt­an­wen­dun­gen nicht in das Ein­fa­mi­li­en­haus ein­drin­gen; es wur­den je­doch er­heb­li­che Be­schä­di­gun­gen im Au­ßen­be­reich an­ge­rich­tet. Der Ge­samt­scha­den be­trägt meh­re­re tau­send Euro. (…) In der der­sel­ben Nacht wur­den fer­ner im un­mit­tel­ba­ren Um­feld des Be­schul­dig­ten Häu­ser mit Pa­ro­len be­schmiert und mit dem Schrift­zug „NPD“ si­gniert. Die Staats­an­walt­schaft Ol­den­burg hat gegen in­zwi­schen sechs junge Män­ner unter an­de­rem ein Er­mitt­lungs­ver­fah­ren wegen „Schwe­ren Land­frie­dens­bruchs“ ein­ge­lei­tet«, be­rich­te­te die Po­li­zei in einer Pres­se­er­klä­rung. Fünf Nazis im Alter von 18 bis 23 Jah­ren aus dem Groß­raum Ol­den­burg wur­den noch in der sel­ben Nacht von der Po­li­zei er­mit­telt, ein 27 Jäh­ri­ger gilt in­zwi­schen eben­falls als Tat­ver­däch­ti­ger. Einer der Be­schul­dig­ten, ein 23-​jäh­ri­ger Bra­ker, bei wel­chem es sich laut »Ol­den­burg na­zi­frei« um den NPD`ler Kevin Sin­zin­gr han­delt, soll zudem über Face­book zu der Tat mo­bi­li­siert haben. Auch auf der Face­book­sei­te der NPD Ol­den­burg wurde schon am 14. März zum Lynch-​Mord und zur Fol­ter an dem 45-​jäh­ri­gen auf­ge­ru­fen.


Screen­shot der NPD-​Face­book­sei­te (31.​03.​12)

Am 27. März kam es nun laut Po­li­zei zu Durch­su­chun­gen von »ins­ge­samt sie­ben Ob­jek­te in Brake, Nor­den­ham, Ol­den­burg und Hude. Bei den bis­her be­kann­ten sechs Be­schul­dig­ten konn­ten ge­such­te Be­weis­mit­tel, Hieb- und Stich­waf­fen sowie di­ver­se Da­ten­trä­ger und schrift­li­che Un­ter­la­gen auf­ge­fun­den wer­den«. Dar­über hin­aus wurde »zur Auf­ar­bei­tung der vor­lie­gen­den Taten sowie wei­te­rer durch diese Tä­ter­grup­pe be­gan­ge­nen Pro­pa­gan­da-​ und Ge­walt­de­lik­te (..) bei der Po­li­zei­di­rek­ti­on Ol­den­burg eine Er­mitt­lungs­grup­pe ein­ge­rich­tet«.
Diese klei­ne Na­zi­ban­de aus dem Raum Ol­den­burg, zu wel­cher auch NPD-​Funk­ti­ons­trä­ger ge­hö­ren, fühlt sich schein­bar durch den Ein­zug der NPD in Stadt­rat und die Ent­hül­lung der Morde der Na­zi­ter­ror­grup­pe NSU be­flü­gelt und stei­gert seit Mo­na­ten so­wohl die Fre­quenz als auch die Bru­ta­li­tät ihrer Ak­tio­nen. Er­in­nert sei an den Farb­an­schlag auf den jü­di­schen Fried­hof und die damit ein­her­ge­hen­de Kör­per­ver­let­zung an einem Po­li­zis­ten am 19. No­vem­ber 2011 oder auch an den ge­walt­tä­ti­gen Über­griff auf eine äl­te­re Per­son in der Kai­ser­stra­ße am 3. März die­sen Jah­res. Und wäh­rend die Po­li­zei also erst noch eine »Er­mitt­lungs­grup­pe« ein­rich­ten muss, sehen Ol­den­bur­ger An­ti­fa­schis­tIn­nen da wohl schon deut­lich kla­rer, wie in dem Ar­ti­kel »Ol­den­burg: Über die jüngs­ten Na­zi­ak­ti­vi­tä­ten« nach­zu­le­sen ist.

Quelle: regentied