Das Problem heißt Rassismus

KALTLAND – Eine Sammlung
Lesung mit den Herausgebern Markus Liske & Manja Präkels
Dienstag, 21. August 19:30 Uhr Polyester

Kaltland

Die massiven Angriffe auf die Asylbewerberheime in Hoyerswerda (17.09.1991) und Rostock-Lichtenhagen (24.08.1992), haben sich als Horrorszenarien eines neuen Rassismus nach der Wende in unser kollektives Gedächtnis eingebrannt. Die Bilder von jubelnden Menschenmassen vor brennenden Häusern, untätigen Polizisten und Würstchenbuden für die Zuschauer gingen um die Welt.
Umso bemerkenswerter ist es, dass in den zahllosen Wenderomanen, die seither erschienen sind, weder die Opfer eine Stimme erhalten noch die Täter eine Rolle spielen. Und schon gar nicht wird die Frage nach den Folgen gestellt.
20 Jahre danach füllt »Kaltland« diese Leerstelle mit Erzählungen und autobiografischen Geschichten prominenter Autoren und Künstler, als da wären:
Alexander Kluge / Volker Braun / Emine S. Özdamar /Andres Veiel / Jakob Hein / Alexander Osang / Angelika Nguyen / Hermann L. Gremliza / Martin Sonneborn / Schorsch Kamerun / Peter Wawerzinek / Michael Wildenhain / Kerstin Hensel / Jutta Ditfurth / Andreas Krenzke / Volker H. Altwasser / Friedrich Ani / Ahne / Heiko Wernig / Roger Willemsen u.v.m.

Stimmen zum Buch:
„Und dann steht irgendwo dieser Satz von Heiner Müller: ‚Die Arbeitslosigkeit geht durchs Land als ein neues Regime der Furcht, das keine Stasi braucht, um die Menschen einzuschüchtern.‘ Dass Kaltland diese Aussage nun nicht als Entschuldigung nimmt, sondern sie nur als einen winzigen Mosaikstein hinzufügt, in die Stimmungsschilderungen jener Tage, ist eines von vielen guten Momenten dieses wütenden Sammelbandes.“ 1Live „Bücher der Woche“

„(…) ironisch, schockierend, individuell, nie nach schnellen Effekten haschend. Es sind viele
Momentaufnahmen darunter, Stimmen von Menschen, für die die Präsenz und Brutalität der Neonazi-Szene alltäglich war, die zu Opfern wurden und das beklemmend, aber gottseidank unpathetisch beschreiben.“ Der Freitag

„Kaltland ist keine Ansammlung theoretischer Traktate über die Genese des deutschen Nationalis-mus. Neben sachlich, ernst gehaltenen Schilderungen und Gesprächen erzählen Gedichte und Kurzgeschichten auf oftmals sehr hohem narrativen Niveau von tragischer Komik und schicksal-haften Begebenheiten rund um die DDR, ihrem Untergang und dem Gesicht der BRD nach 1990, befreit von Schminke und Glitzer staatlich-medialer Visagisten.“ Direkte Aktion

„Die Beiträge sind bestürzend. Sie machen Angst. Und sie sind witzig. Kaum hat man sich von der einen Geschichte erholt, reißt einen die nächste wieder runter. Wahrscheinlich zeichnet es diesen Band aber gerade aus, dass er es schafft, Wirklichkeit wie ein Mosaik zu zeichnen.“ Prager Frühling

„Kaltland ist kein Nostalgiestück über die Wende. Man kann nicht, wie in „Goodbye Lenin“ und anderem Wendeklamauk, über die wunderlichen Ostler kichern. Es ist ein Buch, das die andere Seite des Wirtschaftswunders und des Party-Weltmeisters zeigt. Das ist nicht schön, das ist zum kotzen – und genau deshalb wichtig.“ BSZ
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