Rechtspopulismus das Geweih stützen!

Am 12. April 2013 spielt die patriotische Rockband „Frei.Wild“ in Aurich. Begleitet wird dieses Konzert von einer Demonstration gegen Rassismus und Nationalismus, sowie einem Konzert mit u.a. Neonschwarz, Dödelhaien und E123 im JUZ Aurich. Für alle Leute, die an diesem Tag zur Demo oder zum Konzert wollen, gibt es am kommenden Donnerstag eine Informationsveranstaltung, um über den aktuellen Stand vor Ort aufzuklären.
Infoveranstaltung: Donnerstag, 04. April 19 Uhr Alhambra

„Am 12. April 2013 spielt die deutschsprachige Rockband „Frei.Wild“, die für ihre provokanten und patriotischen Texte bekannt ist, in der Sparkassenarena in Aurich. Uns als Bündnis ist es wichtig, klar zum machen, warum diese Band eben nicht eine unpolitische Deutschrockband ist, welches Image sie sich selbst gerne gibt. Wir möchten sensibilisieren und deutlich machen, was die Texte der Band implizieren, in welchem Milieu sich die Band bewegt und wo die Mitglieder ihre Ursprünge haben.

Die Band steht seit mehreren Jahren immer wieder in der Kritik „Graswurzelarbeit“ für die rechte Szene zu betreiben. Die Texte der Band lassen viel Interpretationsspielraum und auch fehlt eine ernstzunehmende Distanzierung von rechtem Gedankengut. Der Sänger der Band, Phillipp Burger, hat vor „Frei.Wild“ bei der offen rechtsradikalen Deutschrockband „Kaiserjäger“ gespielt, hat an Sitzungen der Rechtsaußen-Partei „DIE FREIHEITLICHEN“ teilgenommen, mit der Partei zusammengearbeitet und sagt selbst er sei als Jugendlicher ein „rechter Skinhead“ gewesen [1].

In den Texten der Band werden völkische und nationalistische Klischees bedient, wie zum Beispiel in den folgenden Textzeilen:„Wann hört ihr auf eure Heimat zu hassen, wenn ihr euch schämt könnt ihr sie ja verlassen“ oder „Hast du nie daran geglaubt, an dieses Land, aber ohne Vollidioten und die Straßen blieben frei, frei von Perversen und Idioten“ [2].

Weiterhin kam es nach Konzerten der Band zu gewalttätigen Übergriffen, [3] gegen Menschen die nicht in ein neonazistisches Weltbild passen.

Mit Textzeilen wie „Heimat heißt Volk, Tradition und Sprache“ trifft die Band genau den Nerv der rechten Szene. Kräfte aus den Reihen der NPD äußern sich bejahend zu der Band, so zum Beispiel Patrick Schröder, ein NPD-Funktionär aus der Oberpfalz. Laut Schröder sei die Band „politisch vielleicht nicht 100% bei uns auf Linie, aber immerhin 80%“[4]. Frei.Wild ist der Auffassung, dass „Heimat und Zugehörigkeit“ zu den Grundbedürfnissen von Menschen gehöre und maßgeblich „zum Gefühl der Geborgenheit und zum Glück“ beitrage. Somit seien, laut Frei.Wild, diese sog. „Grundbedürfnisse zu achten, zu pflegen und wertzuschätzen“.

Weitere Textpassagen der Band wie z.B. „Kreuze werden aus Schulen entfernt, aus Respekt vor den andersgläubigen Kindern“ [5] zeigen, unserer Meinung nach, wie durch Texte versucht wird Menschen „anderer“ Religionen auszugrenzen und dementsprechend abzuwerten. Dies passiert durch eine Kategorisierung wie die Einteilung in „fremd“oder „anders“.

Bands wie „Frei.Wild“ bewegen sich in einer sogenannten Grauzone, sie treffen zwar keine klaren neonazistischen Aussagen, bieten jedoch besonders für rechtes, fremdenfeindliches Gedankengut viele Punkte, an denen angeknüpft werden kann und stellen somit einen leichten Einstieg in rechte Strukturen dar – Wehret diesen Anfängen!

Wir sind der Meinung, dass es unnötig und irrelevant ist sich über Ausgrenzungsmechanismen wie Patriotismus, Heimatliebe, Nationalstolz und Völkischer Ideologie zu identifizieren! Es Bedarf einer offenen, vielfältigen, toleranten und emanzipatorischen Gesellschaft, um Leben und Lebensräume gestalten zu können!

Deshalb rufen wir, das Bündnis „Kein Frei.Wild in Aurich“, am 12. April zu einer lauten und bunten Demonstration gegen Rassismus, als Patriotismus getarnten Nationalismus und sämtlicher Form von Ausgrenzung auf.
Bitte erscheint zahlreich, und zeigt, dass wir keine Ideologie a la Frei.Wild brauchen und dulden.“
kopiert von: keinfreiwildinaurich.wordpress.com

Treffpunkt: 17:30 Uhr Marktplatz / Sousturm (Aurich)